
26.03.2025 Stau, Starkregen, Fahrerei
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Hallo zusammen,
moin...wir schwimmen! Irgendwo auf der Adria. Es ist 7 Uhr. Ich liege quer auf 4 Pullman Sitzen und wache auf. Um 3 hatte ich mich niedergelegt. Zwischendurch mehrfach aufgewacht. Eine gute Nacht ist anders. Aber immerhin: so plus minus 4 Stunden Schlaf waren es wohl.
Ich wette, Hr. Friedrich und Hr. Co-Pilot haben dagegen fürstlich im Roadbär X Party gemacht und geschlafen. Mussten noch nicht mal den Slideout raus fahren. Hatte ja angeboten, sie mit an Deck zu nehmen...aber nein...sie wollten partout nicht. Saubande!
Unsereins begibt sich in die Senkrechte. Kann nicht mehr weiter schlafen. Irgendwie wach. Im Raum absolute Ruhe. Keine Ahnung ob hier noch einer ist, die alle schon raus sind oder gestorben? Vom Geräuschpegel diese Nacht also sehr angenehm.
Irgendwie sind wir wohl nahe Festland, ich hab Netzt aus Italien. So kann ich einige Kommentare bei YouTube beantworten und bei Instagram vorbei schauen. Um 8 Uhr hole ich meinen Laptop raus und tippe den Blog von vorgestern und als der fertig ist, auch gleich noch den von gestern. Wenn ich erstmal in Italien bin, hab ich nur noch wenig Zeit für Arbeit.
Plan sieht nun final so aus: heute noch irgendwie nach Lecce runter. Morgen anschauen. Dann zurück nach Brindisi, anschauen und Wein kaufen. Von dort muss ich mal schauen was das Wetter macht und wie es weiter geht. Momentan heute ziemlich verschissen, morgen aber durchaus sonnig am italienischen Stiefelabsatz. Die Tage drauf....ich warte ab und entscheide von Tag zu Tag den Plan neu. Alles andere macht null Sinn.
Um 9:30 Uhr packe ich meinen Krempel und geh an Deck. Raus an die frische Luft. In Igoumenitsa einiges an Volk dazu gekommen letzt Nacht. Der Kahn gut gefüllt mit Menschen. Daher bleibe ich auch lieber draußen. Setze mich an einen windgeschützten Ort, surfe im Netz und schaue auf das graue Wetter. Kurz macht es zwar mal auf, aber mehrheitlich ist es bedeckt und grau und nicht warm. Gut hab ich meine Winterjacke an.

Da wir unpünktlich mit 2,5 h Verspätung abgefahren sind, kommen wir nun auch nicht pünktlich an. Wir haben zwar ne Superfast Ferry unter dem Hintern, aber fliegen kann die auch nicht. So tuckert sie die italienische Küste entlang. Zieht eine mörder Rauchfahne hinter sich her. Das sowas heute noch erlaubt ist?! Da fehlen doch sicher ein paar Filter und Abgasrückbehandlungsmaßnahmen.
Das Meer kein Ententeich aber auch nicht sehr wellig. Hatte mich auf etwas mehr gefreut. Aber nein...mir scheint, sowas ist mir irgendwie nicht vergönnt.
Gegen 11 Uhr erreichen wir die Hafeneinfahrt Bari und bleiben stehen. Motor kaputt? Getriebe im Eimer? Kein Sprit mehr?
Eine Durchsage oder Info gibt es nicht. Sicher ne halbe Stunde dümpeln wir vor der Hafeneinfahrt rum. Dann kommt ein kleines, in die Jahre gekommenes Boot angedümpelt...der Pilot! Vermutlich haben wir den beim Essen gestört... Er entert unser Schiff und schon können wir in den Hafen fahren.
30 Minuten später liegt der Kahn am Kai, ich darf zum Roadbär X. Glücklicherweise finde ich ihn gut. Nur einmal laufe ich fast falsch. Hatte vergessen, dass ich drei Treppen runter musste, nicht nur zwei.
Der Van steht unbeschadet dort, wo ich ihn zurückgelassen hatte. Alles ruhig. Die Bande schläft wohl noch ihren Rausch aus. Ich sollte mal wieder die Whisky Flaschen nach Füllstand checken.
Die nächsten 20 Minuten passiert nix. Ich packe meinen Schiffsrucksack aus, hole mir ein paar Bonbons nach vorne...Frühstück und Mittagessen heute. Für mehr ist momentan keine Zeit. Um 12 Uhr kommt Bewegung in uns, wir können eine Rampe hoch und raus an Land. Hallo Italien, letztes mal hast du mir besser gefallen, sage ich...als es gerade zu tröpfeln beginnt. WTF....das Wetter ist hier echt kaputt!
Bis wir mal vom Hafengelände runter sind, vergehen nochmal 40 Minuten. Wir stehen ewig in der Schlange der LKWs, die alle noch ne Grenzabwicklung brauchen. Unglaublich! Da wundert mich echt gar nix mehr. Wie die hier arbeiten und organisiert sind...dass die Südländer noch nicht ausgestorben sind, ist ja schon fast ein Wunder...
Äh...ja....bei Regen dann durch Bari zur Autobahn...auch kein Spass...aber machbar. Fahrrichtung Lecce und hop, machen wir mal ein paar Kilometer. Je weiter südlich wir fahren, desto intensiver regnet es.
Nach 40 km fallen mir die Augen zu, ich habe Hunger und bin echt kaputt. So fahre ich den übernächsten Rastplatz an und mache mir was zu essen und ne Pause. Draußen....regen und grau.
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Nach 2 Stunden Pause mit Essen und Arbeit, lasse ich den Motor an und düse weiter. Mit jedem Kilometer wird das Wetter beschissener. Erst regnet es, dann regnet es stark und dann schüttet es. Die Sprinter Scheibenwischer, gute Dinger, laufen auf Vollgas.
Die Autobahn hier runter ist übrigens kostenfrei und auf langen Passagen darf man eigentlich nur 50 km/h fahren. Doch wie immer in Italien, das interessiert hier keine Sau. Die Italiener ballern mit 90 - 100 km/h über die Autobahn. Radarkontrollen gibts im Süden wohl keine. Unsereins fährt 80, also "nur" 30 km/h zu viel und wird von allem überholt, was einen Motor hat.
So rollen wir die 120 km bis Lecce vor uns hin. Das Tageslicht schwindet, es wird dunkel und der Regen weniger. Kurz vor Lecce ist es trocken und Nacht. Die Müdigkeit kam bei mir zum Glück nicht wieder, daher ziehen wir es nun auch durch und fahren bis Downtown Lecce.
Auf P4N fand ich heute einen öffentlichen Parkplatz nur 400 m entfernt von der Altstadt und kostenfrei. An der Straße. Doch als wir dort sind, ist nix frei. Es gibt zwar Lücken, aber dafür sind wir zu lang. Blöd...ich suche nochmals, finde in 350 m Entfernung einen weiteren Parkplatz. Noch näher an der Altstadt, kostet aber scheinbar rund 3 Euro für 24 h. Also geschenkt.
Als wir ankommen, ist Platz und ich parke unseren Sprinter so, dass wir nicht im Weg stehen und auch problemlos wieder weg kommen. Zahlen per Easy Park App.
Überlegt hatte ich, heute Abend noch nach Lecce rein zu gehen. Bei Dunkelheit. Doch bin ich a) zu platt und b) nimmt der Regen mir die endgültige Entscheidung ab. Es beginnt deutlich auf unseren Van zu plätschern. Und bei Regen, bin ich raus. Somit bleibe ich wo ich bin: am Laptop und schneide. Bekomme das Video gegen 23 Uhr fertig, rendere es und mache Feierabend. Co-Pilot und Friedrich natürlich noch nicht müde, hatten ja eine super Nacht, doch als ich sie vor die Wahl stelle, selber laufen oder jetzt ins Bett getragen werden, sind sie doch plötzlich müden. Also ab ins Bett mit uns allen.
Für heute sagen wir gute Nacht und bis morgen.
Gute Nacht
Kai und Team
Route: 140 km
Ende: Lecce, 40.359070, 18.166744
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